Ich lebe seit zehn Jahren in Deutschland. Diese Zeit hat mich geprägt – mit Freude, Herausforderungen und manchmal Einsamkeit.
Die ersten Jahre waren besonders schwer: neue Sprache, fremde Regeln, das Gefühl, nie ganz dazuzugehören. Als Ausländerin musste ich vieles doppelt lernen, um mich verstanden und akzeptiert zu fühlen.
Oft dachte ich, das sei Pech.
Doch dann erinnere ich mich an eine alte chinesische Geschichte:
Ein Bauer verliert sein Pferd, das in die Berge läuft. Die Nachbarn sagen: „Welch Pech!“ Doch das Pferd kehrt zurück – mit weiteren wilden Pferden. Nun sagen die Nachbarn: „Welch Glück!“
Kurz darauf verletzt sich der Sohn des Bauern beim Reiten. Die Nachbarn rufen: „Pech!“ Doch weil er verletzt ist, muss er nicht in den Krieg, der viele junge Männer das Leben kostet – und alle erkennen: „Glück!“
Glück oder Pech? Wer weiß das schon.
Auch in meinem Leben zeigt sich diese Weisheit: Schwierigkeiten fühlen sich zuerst wie Pech an – aber Jahre später erkennen wir manchmal, dass genau diese Erfahrungen uns stärker, selbstbewusster und resilienter gemacht haben.
In Deutschland, fern von meiner Heimat, habe ich gelernt, dass das stille Glück oft in uns selbst entsteht unabhängig von äußeren Umständen.
Vielleicht liegt wahres Glück nicht darin, was uns passiert, sondern darin, wie wir es sehen.
Glück oder Pech?
Wer weiß das schon..
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