Wurzeltanz

Dancing with roots, writing through change

Zwischen Wurzeln und Wandel schreibe ich über das, was in mir und um mich lebt.
Japanerin, seit einigen Jahren in Deutschland.

Ich lebe seit zehn Jahren in Deutschland. Diese Zeit hat mich geprägt – mit Freude, Herausforderungen und manchmal Einsamkeit.

Die ersten Jahre waren besonders schwer: neue Sprache, fremde Regeln, das Gefühl, nie ganz dazuzugehören. Als Ausländerin musste ich vieles doppelt lernen, um mich verstanden und akzeptiert zu fühlen.

Oft dachte ich, das sei Pech.

Doch dann erinnere ich mich an eine alte chinesische Geschichte:

Ein Bauer verliert sein Pferd, das in die Berge läuft. Die Nachbarn sagen: „Welch Pech!“ Doch das Pferd kehrt zurück – mit weiteren wilden Pferden. Nun sagen die Nachbarn: „Welch Glück!“
Kurz darauf verletzt sich der Sohn des Bauern beim Reiten. Die Nachbarn rufen: „Pech!“ Doch weil er verletzt ist, muss er nicht in den Krieg, der viele junge Männer das Leben kostet – und alle erkennen: „Glück!“

Glück oder Pech? Wer weiß das schon.


Auch in meinem Leben zeigt sich diese Weisheit: Schwierigkeiten fühlen sich zuerst wie Pech an – aber Jahre später erkennen wir manchmal, dass genau diese Erfahrungen uns stärker, selbstbewusster und resilienter gemacht haben.

In Deutschland, fern von meiner Heimat, habe ich gelernt, dass das stille Glück oft in uns selbst entsteht unabhängig von äußeren Umständen.


Vielleicht liegt wahres Glück nicht darin, was uns passiert, sondern darin, wie wir es sehen.

Glück oder Pech?

Wer weiß das schon..

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2 Antworten zu „Glück oder Pech – eine Geschichte aus zwei Welten“

  1. Avatar von Bernd @Krise? Welche Krise?

    Wir reagieren oder urteilen oft impulsiv, anstatt abzuwarten. Nur in wenigen Fällen ist eine unverzügliche Reaktion oder ein unverzügliches Urteil nötig, beispielsweise zur Abwehr einer Gefahr. Durch Meditationsübungen habe ich gelernt, geduldiger zu sein. Erst einmal nichts zu tun, nicht zu reagieren. Während einer Meditation fiel der Satz: „Es gibt nichts zu tun. Du kannst dich darauf verlassen, dass sich alles fügt.“ Ich habe es ausprobiert und bei kurzfristigen Dingen hat es tatsächlich in 8 von 10 Fällen funktioniert. – Vielleicht liegt wahres Glück darin, aus dem Geschehenen zu lernen und es zukünftig besser oder anders zu machen.

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    1. Avatar von A

      Vielleicht ist das „Nichtstun“ gar kein passives Verhalten, sondern eine Form von aktivem Vertrauen. Es braucht Mut, loszulassen und zu sehen, was geschieht.
      Deine Erfahrung zeigt, dass Geduld oft mehr bewirkt als Eile.
      Herzlichen Dank für das Teilen dieser inspirierenden Perspektive 😌🍀

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